Kompaktwissen
Die Kraft der Kräuter
Wie wohltuend ein Glas Kamillentee bei Magenbeschwerden wirken kann, hat wohl jeder schon einmal festgestellt. Aber auch gegen andere Beschwerden und allseits bekannte Krankheitsbilder (z.B. Schnupfen, Husten, Durchfall) ist häufig ein Kraut gewachsen. Auch HIV-Positive können eine Reihe dieser jahrhundertealten Heilmittel nutzen. Bei einigen Heilkräutern ist jedoch Vorsicht geboten, denn diese sind nicht ganz nebenwirkungsfrei und können möglicherweise die Wirkung von HIV-Medikamenten beeinflussen. Wir möchten euch die Heilkräuter etwas genauer vorstellen, die bisher keine Wechselwirkungen gezeigt haben.
Gegen Erkältungskrankheiten hat sich ein heißer Tee aus getrockneten Holunderblüten (Fliedertee) bewährt. Dieser ist ein bewährter Schwitztee bei Husten, Bronchitis und Grippe sowie immer, wenn eine starke Anregung der Schweißsekretion wünschenswert ist. Holun-derblüten erhältst du in der Apotheke oder du kannst sie auch selbst sammeln (Mai bis Juli) und trocknen. Der Tee sollte so heiß wie möglich getrunken werden.
Wenn sich mit Kitzeln in der Nase und kräftigem Niesen ein Schnupfen ankündigt, ist es Zeit für ein Kamillendampfbad. Dafür nimmst du dir eine Schüssel und übergießt etwa zwei Esslöffel (ca. 5 g) Kamillenblüten mit 1 Liter kochendem Wasser und atmest die heißen Dämpfe unter einem Tuch ein.
Bei leichtem Husten, der als Begleiterscheinung von Erkältungskrankheiten auftrifft, hilft abgekühlter Thymian-Tee, gesüßt mit kaltgeschleudertem Honig. Aber auch Fenchel-Tee ist ein ausgezeichnetes Hustenmittel. Zur Teebereitung sollten die Fenchelfrüchte kurz vor Gebrauch etwas zerstoßen werden, damit die ätherischen Öle freigesetzt werden können.
Bei Schlafstörungen hilft der Genuss eines warmen Tees vor dem Zubettgehen. Empfeh-lenswert sind z. B. aus Baldrian- oder Melissentee. Zur Vorbeugung nächtlicher Schweißausbrüche hat sich Salbeitee bewährt. Dafür trinkst du 1 Tasse erkalteten Salbeitee zwei Stunden vor dem Zubettgehen.
Auch zur Linderung von Übelkeit können Heilkräuter beitragen. Ist Übelkeit mit Völlegefühl verbunden, helfen Magen-Darm-Bewegung fördernde Heilkräuter, z. B. Pfefferminze. Bei Übelkeit mit Schmerzen und Krämpfen im Oberbauch, können z. B. Kamille, Melisse, Fenchel und Anis als Tee oder äußerlich als feucht-warme Kompresse auf der schmerzenden Region zu Linderung beitragen.
Zur Vermeidung von medikamentös bedingter Übelkeit hilft Ingwer. Hierfür dreimal täglich vorbeugend eine Tasse Ingwertee trinken.
Bei Völlegefühl und Blähungen kannst du zur Anregung der Verdauungssäfte eine Reihe von Kräutern einsetzen, zum Beispiel Basilikum, Kümmel und Thymian. Diese können zum Beispiel als Tee nach dem Essen getrunken werden.
Zur Anregung des Appetits kannst du ebenfalls auf eine Reihe von Kräutern und Gewürzen zurückgreifen. Appetitanregend wirken zum Beispiel Anis, Basilikum, Bohnenkraut, Kerbel, Majoran, Rosmarin und Salbei. Diese kannst du verstärkt zum Würzen von Speisen einsetzen. Aus einigen dieser Kräuter lässt sich auch ein Tee zubereiten.
Weitere Informationen zur Wirkung, Anwendung und Dosierung der Heilkräuter findest du in der Tabelle „Heilkräuter und Ihre Wirkungen“.
Die heilende Wirkung der Natur ist jedoch begrenzt. Schmerzen, Übelkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit etc. können viele ernstzunehmende Ursachen haben. Bei anhaltenden Symptomen ist daher eine gründliche ärztliche Untersuchung und eine gezielte Therapie wichtig. Auch wiederkehrende Schlafstörungen oder lang anhaltenden Erkältungskrankheiten gehören in ärztliche Behandlung. Zu Dosierung und Anwendung sollten Sie gegebenenfalls Ihren Arzt oder Apotheker befragen.
